Materialentscheidungen Fallen in Phase 3. Die Daten Kommen in Phase 5.
Die Ökobilanz sagt Architektinnen, was ein Gebäude das Klima kosten wird — nachdem die Materialien gewählt sind. Wir haben die Entscheidungsunterstützung gebaut, die ankommt, solange die Wahl noch offen ist.
Europäisches Designstudio · Architektur und Sanierung
construction!Der Bedarf
Der Spielraum, ein Gebäude zu ändern, ist in Konzept- und Vorentwurfsphase am größten und schwindet rasch, sobald die Strategie festliegt. Strukturierte Umweltdaten kommen in umgekehrter Reihenfolge: Ökobilanz-Werkzeuge greifen in der Ausführungsplanung, Phase fünf, wenn Tragwerk, Hülle und ein Großteil der Materialpalette bereits feststehen. Das Ergebnis ist eine gut belegte Zahl zu einer Entscheidung, die niemand mehr aufmachen kann. Zugleich steigt das regulatorische Niveau: Die EU-Renovierungswelle will die Sanierungsraten verdoppeln, die EPBD-Novelle bringt Lebenszyklus-CO2-Berichte für Neubau und große Sanierungen, und die EU-Taxonomie verlangt Nachweise statt Absichten.
Der Ansatz
Wir haben das Werkzeug für die Phase gebaut, in der die Entscheidung noch offen ist, nicht für die, in der sie dokumentiert wird. Statt eine vollständige Massenermittlung zu verlangen, arbeitet es mit den groben Weichenstellungen, die Architektinnen im Konzept wirklich haben — Tragwerksstrategie, Aufbau der Hülle, Erhalt oder Ersatz eines Bestandsbauteils — und vergleicht Materialoptionen untereinander nach grauer Energie, bevor es irgendeine Ausschreibung gibt. Sanierung ist ein gleichrangiger Pfad, keine Variante des Neubaus, denn dort lautet die entscheidende Frage, was bleibt, nicht was gekauft wird. Ein zweidimensionaler Konfigurator lässt die relevanten Parameter variieren und den Vergleich mitwandern, sodass das Werkzeug mit dem Entwurf diskutiert, statt ihn nachträglich zu benoten. Die Anwendung ist durch 188 automatisierte Browsertests abgedeckt, die die echte Oberfläche steuern: Verhalten wird am laufenden Produkt geprüft, nicht in einem Dokument behauptet.
